Sollten Sie als Ärztin oder Arzt ein Warnschreiben der santésuisse erhalten, gilt es Ruhe zu bewahren.
Die Wirtschaftlichkeitsbeurteilungen oder WZW-Verfahren der santésuisse (SAS) werden trotz umstrittener Methodik unverändert angewendet. Die fehlende Transparenz und nicht beurteilbare Vergleichskollektive schüren Ängste und verärgern Ärztinnen und Ärzte, die angeschrieben werden.
Leistungserbringer, die einen Warnbrief erhalten, sind verpflichtet, ihre - nach Meinung der santésuisse, überdurchschnittlich hohen Kosten zu erklären. Bei Bedarf werden Ärzte zu einem Gespräch eingeladen. Es folgen Zielvereinbarungen mit der SAS. Eine erneute Verwarnung im Folgejahr kann eine Eingabe der santésuisse bei Gericht bedeuten.
Die Gerichtspraxis des Bundesgerichts ist nicht im Sinne der Ärzte. Die Statistiken der santésuisse werden als Beweis für unwirtschaftliches Verhalten akzeptiert. Das heisst, Ärztinnen und Ärzte müssen den Gegenbeweis antreten.
In solchen Fällen sind eigene Kennzahlen entscheidend - mit dem Praxisspiegel steht unseren Kunden ein mächtiges Analyseinstrument zur Verfügung. Damit Praxisbesonderheiten belegt und argumentiert werden können, empfehlen wir folgendes Vorgehen:
Mit dieser datengestützten Argumentation ist es möglich, Praxisbesonderheiten und Auffälligkeiten zu eruieren sowie mit klar definierten und differenzierten Vergleichsgrössen zu den Forderungen von santésuisse eine transparente, vertrauenswürdige Gegendarstellung zu erarbeiten. In mehreren Fällen war diese Arbeit bereits erfolgreich und Santésuisse hat auf eine Weiterverfolgung der angedrohten Prozesse verzichtet.
Ende 2008 lancierte der Verein Ethik und Medizin (VEMS) eine Studie, die das Thema Überarztung untersuchen sollte. Physician profiling verglich dabei die Zahlen der RSS-Statistik mit den Zahlen aus dem Praxisspiegel. Das Forschungsteam fand dabei nur eine mässige Übereinstimmung. Als Datengrundlage gewährleiste die Statistik der SAS keine faire Beurteillung, da eine Vielzahl von Faktoren nicht berücksichtigt werde.
Haupterkenntnisse* der Studie:
* Die Zusammenfassung wurde durch medkey erstellt. Die ganze Studie ist unter http://www.ecpm.ch/ecpm_research verfügbar.
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